Bildung

Text Rita Schilling vom 05.10.2020

Mehr Bildung für nachhaltige Entwicklung!

Mehr Unterstützung für das Regionale Umweltbildungszentrum Oldenburg (RUZ)!

Im Jahr 2015 haben die Vereinten Nationen das UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) verabschiedet und damit die Veränderung unserer Bildungssysteme hin zu mehr Nachhaltigkeit beschlossen. Schulen und außerschulische Lernorte wie das RUZ sind wichtige Akteurinnen und Akteure bei der strukturellen Verankerung von BNE als Querschnittsaufgabe für alle Schulfächer mit Themen wie Umwelt, Klima und globaler Gerechtigkeit. Um Kinder und Jugendliche in die Lage zu versetzen, die Zukunft zu gestalten und zukünftige Herausforderungen zu bewältigen, werden Bildungsangebote zu diesen Themen immer wichtiger. Eine Wertschätzung und Ausweitung dieser Angebote sind für uns notwendig und unerlässlich.

Das Regionale Umweltbildungszentrum Oldenburg ist eine Bildungseinrichtung der Stadt Oldenburg und des Landes Niedersachsen und als außerschulischer Lernort für BNE anerkannt. Es bietet ein vielfältiges Kursprogramm zu Themen der Nachhaltigkeit für Oldenburger Schulen an und darüber Unterrichtsmaterialien zur Ausleihe und Fortbildungen für Lehrkräfte zu Nachhaltigkeitsthemen. Allein im Jahr 2019 wurden 193 Veranstaltungen durchgeführt und damit mehr als 4.000 Schüler*innen erreicht – mit drei städtischen Angestellten (99 Std.), drei freigestellten Lehrkräften vom Land Niedersachsen (15 Std.)  und 2 Freiwilligen im FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) eine beeindruckende Leistung.

FFF (fridays for future) Oldenburg schlagen in ihrem Leitantrag (7.4 und 7.5) einen Ausbau der Angebote des Regionalen Umweltbildungszentrums (RUZ) vor.

Sofern alles so bleiben soll wie es ist, fehlt dem RUZ nichts, wenn wir die Klimaschutz- und UN-Nachhaltigkeitsziele möglichst schnell erreichen wollen, dann brauchen wir in Oldenburg eine angemessene Kapazitätserweiterung des RUZ,  z.B. ein Gebäude mit ausreichend großem Seminarraum, Barrierefreiheit, eine Verwaltungskraft und mehr pädagogische Mitarbeiter*innen.

Gerne wollen wir als Fraktion B90/die Grünen das unterstützen. Für die Schulausschusssitzung am 01.09.2020 haben wir daher Fragen an die Verwaltung gestellt und beantragt die Mitarbeiter*innen des RUZ in den Schulausschuss einzuladen. Unsere Fragen wurden leider nicht beantwortet und die Einladung wurde von SPD und CDU abgelehnt, mit der Begründung, dass zunächst im FFF Workshop darüber gesprochen werden solle und außerdem habe sich das RUZ vor einigen Jahren schon einmal im Umweltausschuss vorgestellt – da könnten wir uns ja bei Ratskolleg*innen erkundigen, die schon länger dabei seien.

So wollten wir das nicht stehen lassen. Wir haben daher von unserem Auskunftsrecht Gebrauch gemacht und die Fragen an den Oberbürgermeister gestellt. Neben Auskünften über die Finanzierung und den Anteil der Stadt Oldenburg, gab es leider auch hier wieder keine Antwort auf die Frage nach der Entwicklung der Personalstellen. Auf die Frage nach den Möglichkeiten einer räumlichen Verbesserung teilte die Verwaltung mit, dass die Situation in Räumlichkeiten der Grundschule Hogenkamp in Anbetracht der hohen Nachfrage herausfordernd sei und auch nicht barrierefrei und dass verwaltungsintern bereits über Lösungsmöglichkeiten nachgedacht werde. Dies werden wir im Rahmen der FFF Workshops gerne und mit Sicherheit weiterverfolgen und einen entsprechenden Vorschlag für den nächsten Haushalt erarbeiten!


Redemanuskript von Andrea Hufeland im Rat vom 16.12.19 zur Schulverpflegung

Mit dem vorliegenden Rahmenkonzept für die Schulverpflegung werden viele Aspekte einer nachhaltigen Ernährung unterstützt, das ist gut für Klima, Tierschutz, faire Arbeitsbedingungen und die Gesundheit.

Das Mensakonzept steht für die verbindliche Einhaltung der Qualitäts-Standards zur Schulverpflegung der Dt.Gesellschaft für Ernährung, mehr Bio, mehr Fairer Handel, mehr regionale Produkte, weniger Fleisch, weniger Plastikmüll, weniger Lebensmittelverschwendung, einheitliche subventionierte Ausgabepreise, ein Budget für Ernährungsbildung…

Wir Grüne unterstützen das Konzept, auch wenn wir uns noch mehr vorstellen könnten, z.B. mehr Bio oder mehr Ernährungsbildung, aber in der Politik geht es eben nun mal um die Aushandlung einer Lösung und die ist gemeinsam mit vielen Beteiligten gut gelungen.

Ich möchte zu zwei Aspekten etwas sagen, die besonders zu Diskussionen Anlass geben – zum Fleisch und zum Preis.

Warum weniger Fleisch? Dafür gibt es viele gute Gründe.

Der Klimaschutz, denn die Fleischproduktion ist für ca. 15 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Der Tierschutz, denn eine bessere Tierhaltung funktioniert nur mit weniger Fleischkonsum.

Faire Arbeitsbedingungen, denn billiges Fleisch kann nur unter schlechten Bedingungen produziert werden.

Die Ernährungssicherheit in der Zukunft, denn bereits 80% aller landwirtschaftlichen Flächen dienen der Tierhaltung. Und mehr als die Hälfte aller abgeholzten Flächen im Amazonas dienen der Fleischwirtschaft als Weidegebiete. Diese Flächen gehen für den Anbau von Nahrungsmitteln für den Menschen verloren.

Wir haben uns mit dem Mensakonzept auf einen einheitlichen Abgabepreis verständigt, zwischen 3,50 € im Grundschulbereich und etwas mehr für die weiterführenden Schulen. Das ist günstig für ein gutes Essen und nur möglich, weil die Stadt sich an den Kosten beteiligt. Also eigentlich müsste das Essen doppelt so teuer sein, wenn gute Lebensmittel verwendet und die Menschen in der Lebensmittelproduktion oder in der Küche fair bezahlt werden.

In Deutschland wird im Schnitt sehr wenig Geld fürs Essen ausgegeben und die Supermarkt Preise sind für Lebensmittel oft absurd niedrig.

Vergessen wird dabei leider meistens, dass billig eigentlich sehr teuer ist, denn Ressourcenverbrauch, Schäden durch Umweltbelastungen oder durch schlechte Arbeitsbedingungen gehen nicht in die Preiskalkulation für die Nahrungsmittel ein – dies zahlen wir durch die versteckten Kosten der billigen Nahrungsmittel mit unseren Steuern, unseren Wasser- und Müllgebühren und vielem anderem.

Mit den Abgaben auf CO2 Emissionen oder auf Düngemittel gibt es erste Ansätze, die Verursacher von Umweltschäden an Folgekosten zu beteiligen. Wenn wir aber nicht wollen, dass die Bauern den Preis dafür alleine zahlen und immer mehr gerade kleinere Höfe aufgeben, dann müssen wir als Konsumenten für gute Lebensmittel faire Preise zu zahlen und Lebensmitteln mehr Wertschätzung entgegenbringen. Nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft und gute Qualität brauchen kostendeckende Preise. Mit billigen Lebensmitteln lässt sich weder das Klima schützen noch Arbeitskräfte fair bezahlen.

Daher unterstützen wir Grüne das Rahmenkonzept für die Schulverpflegung, denn es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Bis alle Schulen davon profitieren, wird es allerdings noch dauern, denn die Verbindlichkeit des Konzeptes gilt erst für eine Schule, wenn ein neuer Catering Vertrag abgeschlossen wird. Aber nichts spricht dagegen, in Schulküchen oder auch anderswo (Jugendherberge, VHS oder PFL) Aspekte des Konzeptes erstmal freiwillig umzusetzen.

Vielen Dank.


Redemanuskript Andrea Hufeland im Rat vom 30.11.15 zum Rahmenkonzept Kooperative Ganztagsbildung

Die Fraktion von B 90/ die Grünen wird dem Beschlussvorschlag zum Rahmenkonzept Koop. Ganztagsbildung zustimmen.

Im Jahr 2011 gab es in der Stadt Oldenburg eine einzige Ganztagsgrundschule, die Grundschule Ohmstede. Hortplätze waren heiß begehrt und nicht für jeden verfügbar. Das war für viele Oldenburger Eltern ein großes Problem (Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Verbesserung der Bildungs- und Teilhabechancen für alle Kinder). Auch wir Grüne habe damals mit den Eltern und Schulen und Horten nach Lösungen gesucht, denn die damalige CDU Landesregierung hat die Einrichtung von Ganztagsgrundschulen nicht unterstützt. In einer Arbeitsgruppe mit zahlreichen Akteuren aus dem Bereich Schule und Kindertagesstätte wurde daher als Alternative das Modell der Kooperativen Ganztagsbildung entwickelt und im Juni 2011 ein Rahmenkonzept vom Rat verabschiedet. Schon damals ging es dabei um Fragen von standortbedingten Schwerpunktsetzungen, Qualitätssicherung und das Spannungsfeld zwischen niedersächsischem Schulgesetz und Kindertagesstättengesetz. Und schon damals war klar, – ein Gelingen vor Ort würde von der Beteiligung und Kooperationsbereitschaft aller Akteure abhängen. Das heißt übrigens auch, dass es Zeit für Austausch und Zusammenarbeit geben muss.

Bis heute sind auf Antrag der Schulen 7 Kooperative Ganztagsgrundschulen eingerichtet worden. 2012 Nadorst und Donnerschwee, 2013 Ofenerdiek, und Krusenbusch, 2014 Babenend und Staakenweg und 2015 Kreyenbrück.

Geplant ist bisher der Ausbau zwei weiterer Grundschulen –Bümmerstede und Heiligengeisttor und heute werden wir vermutlich den Ausbau der ersten kath. Grundschule beschließen – der GS Harlingerstraße.

Es sei hier nochmal gesagt, dass der Betrieb von Schulen eigentlich Aufgabe des Landes ist und die Stadt Oldenburg hier freiwillig Leistungen übernimmt, weil die CDU Landesregierung keine entsprechenden Mittel zur Verfügung stellte. Für die Stadt Oldenburg bedeutet die Kooperative Ganztagsbildung bisher jährliche Betriebskosten in erheblicher Höhe, zur Zeit ca. 2,5 Mio. Euro zukünftig bei Ausbau aller Grundschulen ca. 8,5 Mio. Euro.

Dazu kommen die Investitionen für den Umbau und Ausbau der Grundschulen. Die Verwaltung rechnet in den nächsten Jahren mit einem Gesamtvolumen in Höhe ca. 48 Mio €, ca. 20 % davon für eine bauliche Ausstattung, die allen Kindern Teilhabe ermöglicht, z.B. Differenzierungsräume für Kleingruppenförderung und Therapie oder Barrierefreiheit. Und dann das Thema Sanierungsstau. Sie können mir glauben, dass bereitet uns in den Haushaltsberatungen gerade erhebliche Kopfschmerzen.

Daher freut es uns natürlich, dass die grün- rote Landesregierung wieder die gesetzlichen Grundlagen geschaffen hat zur Einführung von offenen, teilgebundenen und gebundenen Ganztagsgrundschulen und Geld in erheblichem Umfang zur Verfügung stellt. Die höheren Landeszuwendungen im Umfang von 2 Mio Euro führen zu einer deutlichen Verringerung der städtischen Aufwendungen.

Das neue Gesetz über die Arbeit in der Ganztagsschule hat natürlich auch neue Rahmenbedingungen geschaffen, z.B. sieht der Erlass vor, dass Lehrerstunden in einem bestimmten Umfang im Ganztag einzusetzen sind. Damit wurde notwendig das bisherige Rahmenkonzept den neuen Bedingungen anzupassen. Das war keine leichte Aufgabe und ich danke an dieser Stelle allen Beteiligten nochmal für diese großartige Arbeit.

Das Rahmenkonzept stellt die Grundlage für die zukünftige Ausbauplanung dar. Es ermöglicht nun z.B. den Einsatz von Lehrerstunden im Ganztagsbereich, eine stärkere Einbindung von Kultur- und Sportangeboten durch ein Budget, die Einführung eines Sozialfaktors für den Personalschlüssel nach Bedarf der Schule oder eine bessere Anpassung der Ferienbetreuung an die Bedarfe der Eltern.

Allen Beteiligten, auch uns aus der Politik ist klar, die Arbeit ist mit der Verabschiedung des neuen Rahmenkonzeptes nicht zuende. Eine der Herausforderungen in der zukünftigen Gestaltung der Ganztagsbildung wird dabei die Kooperation zwischen freiem Träger und Schule sein, und insbesondere die Zusammenarbeit aller – der Lehrkräfte, Erzieher_innen, päd. Mitarbeiter_innen, Sozialpädagog_innen, Schulbegleitungen etc. und eine damit verbundene Frage der Arbeitnehmerüberlassung, die noch nicht zufriedenstellend geklärt ist.

Zur konzeptionellen Weiterentwicklung der Ganztagsbildung und dem Ausbauprogramm wurde daher eine Arbeitsgemeinschaft nach §78 SGB VIII eingerichtet, der sicherlich auch bei der zukünftigen Schulentwicklungsplanung für Oldenburg eine bedeutende Rolle zukommen wird und zukommen muss.

Vielen Dank


Weiter geht es mit dem Ausbau von Ganztagsgrundschulen!

Rede von Rita Schilling zu Kooperative Ganztagsbildung in Grundschulen – Auswahl der Standorte zum Schuljahr 2016/2017 für den Rat am 20. Oktober 2014:

Zum Schuljahr 2016/2017 werden die Grundschule Bümmerstede und Grundschule Heiligengeisttor umgewandelt in Kooperative Ganztagsschulen.

Finanzielle Bedeutung: Investitionskosten: 2,68 Mio. € und 2,02 Mio. € = 4,7 Mio. undBetriebskosten, jährlich 269.800 € und 264.480 € = rd. 475.000 €.

Wir sind erfreut, dass diese Vorhaben in den Haushaltsentwürfen berücksichtigt wurden. Selbstverständlich wird die GRÜNE Ratsfraktion diesen Beschlussvorschlag heute unterstützen, sind wir sowohl aus bildungspolitischen Gründen als auch wegen der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf von der Notwendigkeit der Ganztagsbildung überzeugt. Wir hätten dann im übernächsten Schuljahr (2016/2017) insgesamt zehn Grundschulen mit einem Ganztagsangebot im Stadtgebiet vorzuweisen. Aber: Das hilft jedoch den Eltern und Kindern der anderen 18 Grundschulen (weiße Flecken auf der Stadtkarte) nicht. Hier gilt es unbedingt, für Übergangslösungen zu sorgen. Vielen Eltern wäre mit „betreuten Mittagstischen“ sehr geholfen. Wir plädieren unbedingt dafür, auch Übergangslösungen mit städtischen Mitteln zu unterstützen.

Veränderungen erforderlich?

Das Rahmenkonzept für die Kooperative Ganztagsbildung wird zurzeit in der Arbeitsgruppe, die eigens dafür zuständig ist, ausgewertet. Zudem, dieses ist unerlässlich, sollen die Auswirkungen des Ganztagserlasses der Landesregierung auf unser Konzept geprüft werden. Wir fordern, dass spätestens Anfang 2015 die Ergebnisse in den Fachausschüssen vorgestellt werden. Es muss dann klar werden, welche Veränderungen es geben wird bzw. geben muss für alle Beteiligten, insbesondere für die freien Träger. Dieses ist allein schon aus Personalplanungsgründen erforderlich.

Theorie und Wirklichkeit? (Realisierung)

Ein wichtiger Aspekt für den Erfolg dieses Konzeptes ist die Verlässlichkeit der Ganztagsbildung. Was meine ich damit? Im Allgemeinen, so können wir feststellen, sind die baulichen Veränderungen nicht erledigt zu Beginn des Schuljahres. Praktische Beispiele sind z.B. dass die Mensa noch nicht fertig ist oder sonstige Umbaumaßnahmen leider noch nicht erledigt sind. Die Ursachen sind sicherlich vielfältig, z.B. auch in Abstimmung zwischen verschiedenen Ämtern, Handwerksbetrieben, Schulen und Trägern zu finden.

Eine hohe Improvisationskunst wird den Trägern und Schulen abverlangt, um verlässliche Partner für die Eltern und Kinder sein zu können – und Eltern müssen eine große Portion Verständnis und Geduld aufbringen. Die „Erlebnispädagogik“ auf Baustellen scheint doch das Nervenkostüm der Beteiligten stark zu strapazieren.

Das ist für den Start eines neuen Schulkonzeptes – gelinde formuliert – nicht besonders günstig. Uns ist bewusst, dass bei großen Vorhaben es zu der einen oder anderen Verzögerung kommen kann. Jedoch – wir appellieren an die Verwaltung, dort für Optimierungen und Verbesserungen in den nächsten Jahren zu sorgen.

Zum Schluss: Ja, generell sind wir sind auf einem guten Weg! Die Haushaltslage bestimmt leider das Tempo, so dass der Weg länger dauern wird, als wir uns das wünschen. Der bisherige Umbau der Grundschulen konnte gut gelingen durch das hohe Engagement aller Beteiligten, wie Schulen, Stadtverwaltung und freie Träger! Ein ausdrückliches Dankeschön!


Bildung an Oldenburger Grundschulen
von RITA SCHILLING, im Juni 2014

Die niedersächsischen Grundschulen sind grundsätzlich Halbtagsschulen und bieten somit Kindern und Eltern kein Bildungs- und Betreuungsangebot für den Nachmittagsbereich. Familienpolitisch war auch in Oldenburg die Vereinbarkeit von Familie und Beruf meist nur schwer möglich, nachdem die Kinder in der Grundschule eingeschult waren. Längst reichte das Hortplatzangebot nicht mehr aus. Zudem war klar, dass für viele Kinder die Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit mit Beginn der Grundschulzeit kaum gegeben war durch das Halbtagsangebot der Grundschulen.
Oldenburg machte sich also auf den Weg, ein eigenes Konzept für die kooperative Ganztagsbildung an Grundschulen zu entwickeln. Auf einer Bildungskonferenz im August 2010 beauftragten die Ratsfraktionen die Verwaltung, in einem Partizipationsprozess nach einem Modell für eine Ganztagsbildung zu suchen. Im Juli 2011 kam es zur Beschlussfassung des Rates für eine schrittweise Umsetzung der kooperativen Ganztagsbildung an den städtischen Grundschulen.
Das Oldenburger Modell kann in Kürze so beschrieben werden: Die Grundschule sucht sich einen anerkannten freien Träger der Jugendhilfe und entwickelt mit ihm gemeinsam ein Modell, das dem Rahmenkonzept entsprechen muss. Dann können die Partner ihr Interesse bekunden und letztendlich entscheiden Schulausschuss und Rat über den Start als kooperative Ganztagsschule. Die kooperative Ganztagsschule ist ein offenes Angebot. Es besteht keine Verpflichtung der Teilnahme an den vielfältigen Angeboten. Die Pioniere wurden die Grundschule Nadorst und die Grundschule Donnerschwee mit dem Schuljahr 2012/2013 als erste Schulen mit diesem Ganztagsangebot.
Inzwischen zählen zu diesen Ganztagsschulen die Grundschulen Krusenbusch, Ofenerdiek und Staakenweg dazu. Immer mehr Grundschulen wollen sich auf diesen Weg machen und dieses Konzept an ihrer Schule verwirklichen. Für das Schuljahr 2014/2015 wird die Grundschule Babenend dieses Ziel erreichen. Ebenfalls gibt es schon einen Beschluss über die Grundschule Kreyenbrück für das Schuljahr 2015/2016. Der Ausbau der Grundschulen bedeutet große Investitionssummen, die jährlich in den städtischen Haushalt eingeplant werden müssen. Ebenfalls aus dem städtischen Budget werden Betriebskosten finanziert. Es gibt leider keine finanziellen Spielräume, das Tempo zu erhöhen. Somit wird von einem bedarfsgerechten Angebot noch länger nicht die Rede sein können. Die GRÜNE Ratsfraktion engagiert sich sehr, um auch Übergangslösungen an Grundschulen zu schaffen.
In diesem Jahr soll eine erste Zwischenbilanz gezogen werden. Unklar ist heute, wie sich neue Landesregelungen auswirken könnten. Das Angebot des Landes ist, so genannte teilgebundene Ganztagsschulen mit Personalkosten (Lehrerstunden) zu unterstützen. Diese neue Situation muss jetzt in Oldenburg gründlich in allen Gremien, die mit dem Thema befasst waren und sind, diskutiert werden.
Teilhabegerechtigkeit an Bildung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss es für alle Kinder und Familien geben. Deshalb gilt es, die Stadtteile in gleichem Maße mit guter Ganztagsbildung auch im Grundschulbereich zu versorgen. Die intensive Arbeit zum Thema Ganztagsbildung mit den Konsequenzen und Chancen, die die neue Landesgesetzgebung in naher Zukunft geben wird, wird von uns selbstverständlich im Schulausschuss mitgetragen und wir werden, immer die Kinder im Mittelpunkt der Entscheidungsprozesse, eine gute Lösung für den weiteren Ausbau finden.