Rede im Rat vom zu TOP 12.1 Leitlinien für die Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Oldenburg
Was lange währt wird endlich gut - hoffentlich. Bereits 2012 hatten wir mit dem damaligen Oberbürgermeister und Kulturdezernenten Dr. Gerhard Schwandner Leitlinien für Kunst im öffentlich Raum im Kulturausschuss diskutiert und im Rat beschlossen. Passiert ist allerdings erstmal nichts. Mehr als zehn Jahre später, 2023, haben wir die Verwaltung aufgefordert, die Leitlininen umzusetzen bzw. zu überarbeiten. Dies ist nun nach erneuten Diskusssionen im Kulturausschuss geschehen.
Warum ist uns Kunst im öffentlichen Raum wichtig?
Kunst im öffentlichen Raum macht unsere Stadt lebendiger, bunter und urbaner und sie ist weit mehr als Dekoration. Sie ist Ausdruck von Identität, Geschichte oder gesellschaftlichem Diskurs. Sie kann erfreuen, inspirieren, provozieren, zum Nachdenken anregen und kontroverse Diskussionen entfachen – und das alles macht sie so wertvoll. Gerade in Zeiten von Anonymität und Schnelllebigkeit brauchen wir solche Ankerpunkte für den Dialog.
Und - Öffentliche Kunst ist für alle da. Sie macht Kultur zugänglich, ohne Eintrittsgeld, ohne Schwellenangst.
Doch solche Kunst entsteht nicht von selbst. Sie braucht Raum, Ressourcen und kommunale Unterstützung. Denn nur wenn wir Kunst gezielt fördern, entstehen Werke mit künstlerischer Qualität, innovativen Konzepten und gesellschaftlicher Relevanz, die Orte in unserer Stadt und in unsere Stadtteilen prägen.
Wir wollen für Oldenburg mehr Kunst im öffentlichen Raum und heute dafür die überarbeiteten Leitlinien und eine verbindliche Verfahrensweise beschließen.
Ein künstlerischer Beirat soll die Aufgabe übernehmen, den Kulturausschuss fachlich zu beraten. Er soll besetzt werden soll mit
• unserem Kulturdezernenten
• einer Vertretung der Universität, Fakultät Sprach- und Kulturwissenschaften
• der Leitung einer der beiden Kunstmuseen in der Stadt Oldenburg
• einer Vertretung eines externen Kunstvereins aus Niedersachsen
• und einer freien Künstlerin/eines Künstlers (hier hatten wir uns im Kulturausschuss darauf verständigt, dass es eine selbständige bildende Künstler:in/Künstler sein soll - das wurde nun in der Vorlage nicht mehr geändert, wir werden bei der Besetzung aber darauf achten)
Wir begrüßen es sehr, dass nun Kunst-Wettbewerbe für Einzelkunstwerke oder eine künstlerische Platzgestaltung ausgeschrieben und Künstlersymposien veranstaltet werden und externe Anregungen möglich sind und wir sollten -bei unseren vielen Bauprojekten- auch an Kunst am Bau denken.
Besonders begrüßen wir GRÜNEN auch den Verwaltungsvorschlag, dass zukünftig eine Mitarbeiterin die Funktion einer Beauftragten für Bildende Kunst und Kunst im öffentlichen Raum wahrnehmen wird, um das Aufgabengebiet inhaltlich und organisatorisch zu bündeln und zu stärken.
Künstlerinnen und Künstler werden die Möglichkeit haben, Entwürfe dem Beirat, dem Kulturausschuss und der Öffentlichkeit vorzustellen. Letztlich entscheidet der Rat - auch natürlich darüber wieviel Geld im Haushalt zur Verfügung gestellt wird.
Wir sind nun sehr gespannt auf die Umsetzung und stimmen dem Beschlussantrag für die überarbeiteten Leitlinien natürlich gerne zu.