Eine Mitte für Alle

Seit 1882 steht eine Kaserne mitten im Stadtteil Donnerschwee. 1990 verändert sich politisch die Welt. 2008 steht das 18 Hektar große Areal plötzlich leer. Und nun? Es entsteht ein inklusives Wohnquartier!

Eine Mitte für alle ist die Chance schlechthin, denn der Stadtteil Donnerschwee bietet für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention die einmalige Chance, den Inklusionsgedanken mit städtebaulichem Vorbildcharakter zu entwickeln. Mit Ratsbeschluss vom 19.03.2012 wurde ein Eckpunktepapier zur ehemaligen Donnerschwee-Kaserne beschlossen. Die Stadt Oldenburg hat sich zum Ziel gesetzt, dort ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept zu verfolgen, um eine qualitätsvolle und zukunftsweisende vernetzte Quartiersentwicklung umzusetzen und bestehende Freiraumdefizite zu beheben.

Andrea Hufeland, GRÜNE Ratsfrau, und der Ratsherr der SPD, Heinz Backhaus, sind gespannt darauf, wie  Gemeinschaft im neuen Quartier im Stadtteil Donnerschwee gelebt werden wird, denn im Dezember werden die ersten Menschen einziehen. Foto: Werner Spaeth

Andrea Hufeland, GRÜNE Ratsfrau, und der Ratsherr der SPD, Heinz Backhaus, sind gespannt darauf, wie Gemeinschaft im neuen Quartier im Stadtteil Donnerschwee gelebt werden wird, denn im Dezember werden die ersten Menschen einziehen. Foto: Werner Spaeth

Mittlerweile ist das gesamte Areal an viele Eigentümer verkauft und es stellt sich die Frage: Wie wird die Chance genutzt ein inklusives Wohnquartier in Tat umzusetzen? Gesagt getan, die Inklusionsbeauftragte der Stadt, Susanne Jungkunz, lud die Gruppen ein, die in diesem Quartier Eigentum erworben haben, um den inklusiven Gedanken umzusetzen, miteinander in einem Workshop ins Gespräch zu kommen. Das Motto: Wer Gemeinschaft predigt, sollte diese von Beginn an umsetzen.

Mit dabei war der Bürgerverein Donnerschwee, der Verein Jugendkulturarbeit mit seinen Räumlichkeiten auf dem Gelände, die beiden Stiftungen Dammermann-Hauenschild und Eriksen-Grensing mit neu gebauten Sozialwohnungen in mehreren Häusern, der Verein Kreaktiv mit einem genossenschaftlichen Wohnprojekt, das solidarische Wohnprojekt Haus 22, die Lokal GbR, die den Bau eines Bioladens, Lokals und Wohn- und Geschäftsräumen plant und die städtische Kita, die für etwas mehr als 100 Kindern Heimstatt werden soll (es besteht kein Anspruch auf vollständige Aufzählung der Aktiven).

Es wird sich zeigen, ob Inklusion im neuen Stadtteil möglich ist. Der Start scheint gelungen. Die Ideen sprudeln. Unter allgemeinen städtebaulichen Aspekten sollen z.B. alle öffentlichen Räume, Zugänge und Wege barrierefrei gestaltet werden, darunter Gebäude, Geschäfte, Cafés, Restaurants, Straßen, Haltestellen, Beschilderung, Notdienste, Freiflächen und Toiletten. Oder es sind verschiedene Wohnungsgrößen und Wohnungsgrundrisse in einem Wohnblock und Wohngebäude als Grundlage für vielfältige Lebensformen vorhanden. Viele stellen sich ein Quartier vor mit toller Nachbarschaft, kleineren Betrieben, Läden, Praxen und kulturellen Angeboten  -und Straßen mit wenig Verkehr, wo Alt und Jung gefahrlos unterwegs sind.

Die Arbeit hat begonnen für ein Stadtquartier, in dem alle Menschen, unabhängig von bestimmten Voraussetzungen willkommen sind und gut miteinander leben können.

Die Arbeitsgruppe wird sich jetzt regelmäßig treffen und steht für Interessierte offen. Anfragen nimmt die GRÜNE Ratsfraktion sehr gerne entgegen.

Inklusive Quartiere sind Ausdruck des demografischen Wandels. Neue, vielfältige Lebensstile, geänderte Haushaltsgrößen und Lebensformen schaffen ein neues Zusammenleben. Foto: Werner Spaeth

Inklusive Quartiere sind Ausdruck des demografischen Wandels. Neue, vielfältige Lebensstile, geänderte Haushaltsgrößen und Lebensformen schaffen ein neues Zusammenleben. Foto: Werner Spaeth

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